Die Gegenwart erfordert vom Menschen ein nie dagewesenes Maß an Aufmerksamkeit, verstanden als die Verarbeitung von äußeren und inneren An- und Erregungsprozessen. Die chronische Überreizung wird alleine dadurch erreicht, dass sich Menschen an die Geschwindigkeit der Prozessoren und Maschinen angleichen müssen.
Zur Optimierung dieser Verarbeitung stehen Methoden bereit, chemische und natürliche Substanzen bieten sich an. Der Fortschritt in der Biotechnologie gibt dem Thema neuen Schwung, die Analyse des Erbguts verspricht auf den einzelnen Menschen zugeschnittene Medikamente.
Welche Zustände sollen beispielsweise Kindern nahe gelegt werden? Am anderen Ende der Alterslinie steht der geistige Abbau, der ebenfalls mit Neuro-Enhancement gestoppt werden soll. Die Erforschung der Alzheimer Demenz zeigt die Komplexität neuronaler Vorgänge und weist zugleich den Weg in die Zukunft der pharmakologischen Beeinflussung menschlichen Denkens.
Das Buch zeigt die neuronalen Grundlagen des Gedächtnis sowie die Potentiale der pharmazeutischer Beeinflussung auf und analysiert die individuellen und sozialen Folgen des Psychopharmakagebrauchs. Dabei werden insbesondere die sogenannten "cognitive enhancer", eine vermeintlich neue Klasse von Arzneimitteln, die als "Doping für den Geist" diskutiert werden, der kritisch-praktischen Betrachtung unterzogen.
Pillen für den besseren Menschen
Wie Psychopharmaka, Drogen und Biotechnologie
den Menschen der Zukunft formen
Heise 2008, Telepolis Reihe
206 Seiten, Broschur, div. Abb.
ISBN 978-3-936931-44-0
18,00 Euro
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