zurück zur
Homepage
DIE WELT Kompakt
Jenseits von Gut und Böse
Klingt seltsam, aber wer hier reinschaut ohne vorher das Programm studiert zu
haben, der kann (böse) überrascht werden. „Wir sind ein Gemischtwarenladen,
völlig unberechenbar“, sagt Wanja Belaga, 35, Betreiber der Monofaktur.
Der Club in der Innenstadt kennt weder bei Musik- noch bei Konzertauswahl Berührungsängste:
Heute Münchener Hip-Hop, so am 10.02 „Sunday Rain“, die ihr
neues Album „Für immer unterwegs“ inszenieren, Morgen dann
Garage Punk aus Portland, Übermorgen eine schwul-lesbische House-Party.
Und als ob das noch nicht genug verwirrt, steht in dem kleinem Einraumclub ein
Klavierflügel, Dienstags wird gerne Jazz gegeben. Das Publikum ist dementsprechend
ausgesucht, Belaga spricht von einer „feinen Gemeinde“, die dem Club
seit über einem Jahr treu sei.
Am Interrieur kann das nicht liegen, ein spröder Charme durchweht den Raum:
einige verunsicherte Freischwinger, zwei Bartresen, eine Rückzugsecke, die
Bühne ist eine niedrige Erhebung. Aber Nachts funkeln bekanntlich sowieso
eher die inneren Werte und denen hilft die Crew hinterm Tresen (mit fairen Preisen)
gerne auf die Sprünge. Belaga spricht trotzdem eine Warnung aus: „Für
das Normalvolk ist das hier nichts.“
Monofaktur
Sonnenstraße 27
Täglich ab 21 Uhr
Programm unter www.monofaktur.info
zurück zur Startseite von Jörg
Auf dem Hövel mit weiteren Rezensionen, Interviews und Artikeln